DELF-Prüfung am Hanse-Berufskolleg

- Schulleiter Rudolf Stock (links) und Französischlehrerin Heidi Zenz (rechts) freuen sich mit den Absolventen über die sehr guten Ergebnisse der Prüfung.
„Sie müssen bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungs- oder Arbeitsplatz individuelle Duftmarken setzen, und mit dieser bestandenen Prüfung ist ihnen das gelungen“ – mit diesen Worten unterstrich Rudolf Stock, Schulleiter des Hanse-Berufskollegs, seine lobenden Worte bei der Übergabe der Diplome d´Études en langue française, kurz DELF.
Neben den guten Ergebnissen begeisterte ihn die hohe Zahl der Teilnehmer, konnte er doch 20 Diplome, davon neun in der Kategorie A2, überreichen. Es gehöre zum Profil einer Europaschule auch diese externen Prüfungen anzubieten, wie Stock betonte, und „in der globalisierten Arbeitswelt sind diese zusätzlichen Diplome ein hervorragender Beweis vorhandener Fremdsprachenkenntnisse.“
“Bei der Prüfung steht die Bewältigung von Alltagssituationen im Vordergrund“, wie Heidi Zenz, Organisatorin am Hanse-Berufskolleg, erläuterte, „Neben Wegbeschreibungen müssen unter anderem Lautsprecherdurchsagen, Anmeldungen in einem Hotel, die private Korrespondenz oder das sich selbst Vorstellen verstanden und bewältigt werden“. Die ersten drei Teilübungen werden am Hanse-Berufskolleg durchgeführt, der vierte Teil werde zentral in Paderborn von einem Muttersprachler abgenommen, so Zenz weiter.
Der vorbereitende Kurs lief am Montagabend. „Die Schülerinnen und Schüler wollten eben nicht im Anschluss an den normalen Unterricht lernen. Die tolle Atmosphäre am Montagabend hat mir besonders gefallen – so macht Lernen Spaß“, ergänzte Zenz. Für sie sei es eine schöne Erfahrung zu sehen, dass sich selbst so abgeklärte 19-jährige Schüler überbordend über ein „bestanden“ freuten. Ein weiterer Vorteil für die Prüflinge sei, dass jenseits vom schulischen Zusammenhang eine Rückmeldung über den Wissensstand gegeben werde. Das HBK arbeite zurzeit daran einen französischen Fremdsprachenassistenten bewilligt zu bekommen, „der könnte dann als Muttersprachler in die Vorbereitungen mit eingebunden werden“, so Zenz abschließend.
Europatage am Hanse-Berufskolleg

- Henry Riesenbeck erläutert die Stabilitätskriterien des Euro und den aktuellen Umgang mit der Defizitsituation Griechenlands.
Was hat Physik mit interkulturellen Kompetenzen zu tun? Wie bereite ich mich auf den Arbeitsplatz Europa vor? Warum kann eine Begrüßung mit ausländischen Geschäftspartnern für Überraschungen sorgen? Europa ist allgegenwärtig und betrifft jeden – nicht erst seit den Europatagen ist das den Schülerinnen und Schülern des Hanse-Berufskollegs klar.
„In den mediterranen Ländern orientiert man sich an wiederkehrenden Ereignissen, wie Jahres- oder Tageszeiten, das entspricht einem zyklischem Zeitempfinden, im nördlichen Europa hingegen favorisiert man die lineare Zeiteinteilung in abstrakt definierte Zeiträume“, so Maris Preußer, Schüler des Wirtschaftsgymnasiums, zu dem Problem der Pünktlichkeit. Es sei daher fast unvermeidlich, dass es vor diesem kulturellen Hintergrund bei internationalen Treffen zu Unstimmigkeiten komme. „Wichtig ist es nun, bei solchen Zusammenkünften, mit dem Wissen eine Arbeitsatmosphäre zu erzeugen, die beide Bedürfnisse der Zeiteinteilung berücksichtigt. – Kurz, es muss interkulturelle Kompetenz gezeigt werden“, so Preußer erläuternd.
„In diesem Jahr haben wir an den Europatagen ein sehr breites Programm angeboten. Mit mehr beteiligten Klassen haben wir die Inhalte auch thematisch breiter aufgestellt“, so Heiko Jucks vom Organisationsteam. So haben sich die Klassen mit den Besonderheiten der Partnerländer ebenso auseinandergesetzt wie mit der Arbeitsplatzproblematik, den unterschiedlichen Schönheitsidealen, dem Umgang mit Pünktlichkeit und Zeit sowie mit Europäischen Persönlichkeiten. „Unser Ziel ist es“, wie Diana Sieke, ebenfalls Lehrerin des Organisationsteams, „die Themen(räume), die sich auch durch die Comeniusprojekte ergeben, zu gestalten, an die Erfordernisse des Arbeitslebens anzupassen und an die Unterrichtsfächer anzubinden.“ So sei eine Veranstaltung wie diese keine Unterbrechung sondern eben eine Erweiterung und Bereicherung des Unterrichts.
Schulleiter Rudolf Stock hob hervor, dass man die Auszeichnung „Europaschule“ nicht nur als Momentaufnahme verstehe, sondern Europa lebe. „So haben wir eben in diesem Jahr einen Bezug zu den Fächern Mathe, Physik und Biologie – den man so zumindest auf den ersten Blick nicht vermutet.“ Durch diese Themenstellung aus den Fächern heraus werde zudem eine größere Nachhaltigkeit erreicht, so Stock weiter. „Zudem bereiten wir unsere Schülerinnen und Schüler mit der Projektarbeit in solchen Aktionen verstärkt auf die Erfordernisse des Arbeitslebens vor“, wie Stock abschließend betonte.
HANSE-Berufskolleg nimmt Kurs auf Europa
„Gemeinsam lernen und leben – grenzüberschreitend denken und handeln“
Victor Hugo (1802-1885), der große französische Schriftsteller und politische Visionär, hat bereits 1849 in seiner Rede zur Eröffnung des 2. Internationalen Friedenskongresses in Paris, seine für damalige Verhältnisse revolutionäre Idee vom zukünftigen Europa entworfen:
„ […] Der Tag wird kommen, an dem ihr Franzosen, ihr Russen, ihr Italiener, ihr Engländer, ihr Deutschen, ihr Nationen des Kontinents euch zu einer höheren Einheit innig verschmelzen werdet, ohne eure besondere Eigenart und ruhmvolle Individualität aufgeben zu müssen... Und ihr werdet einen einzigen europäischen Bund bilden, ganz genauso wie heute die Normandie, die Bretagne, Burgund, Lothringen und all unsere Provinzen sich zu Frankreich verschmolzen haben.
Der Tag wird kommen, wo es keine anderen Schlachtfelder mehr geben wird als die Märkte, die sich dem Handel öffnen, und die Geister, die für die Ideen geöffnet sind.
Der Tag wird kommen, an dem die Kugeln und Bomben ersetzt werden von den Abstimmungen der Völker, von dem allgemeinen Wahlrecht, von dem ehrwürdigen Schiedsgericht eines großen, souveränen Senats, der für Europa das sein wird, was heute das Parlament für England, die Nationalver-sammlung für Deutschland und die gesetzgebende Versammlung für Frankreich ist! […]“
"Wir bereiten unsere Schülerinnen und Schüler auf das Leben in einem vereinten Europa vor und befähigen sie, sich den Anforderungen einer globalisierten Welt erfolgreich zu stellen." (Auszug aus dem Leitbild des HBK)
Mit dieser Zielvorstellung hat sich das Hanse-Berufskolleg auf den Weg begeben, eine Europa-Schule zu werden. Wir greifen damit die ursprüngliche Idee der Hanse auf, denn auch die Hanse von heute steht für internationale Wirtschaftsbeziehungen in einer globalisierten Welt. Wir erinnern gleichzeitig an das Prinzip der Hanse, nämlich Netzwerke zu bilden, die auf festen Werten gründen.
